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Ratgeber · Risiko

Was kostet ein Cyberangriff wirklich?

IT-Sicherheit wird oft als reiner Kostenfaktor betrachtet. Die ehrlichere Frage lautet: Was kostet der Ernstfall? Ein nüchterner Blick auf die tatsächlichen Folgen eines Angriffs im Mittelstand.

Cyberangriffe sind längst kein reines Großkonzern-Problem. Gerade der Mittelstand gilt als attraktives Ziel: oft gut zahlungsfähig, aber seltener so umfassend abgesichert wie ein Konzern. Der Branchenverband Bitkom beziffert den jährlichen Schaden für die deutsche Wirtschaft durch Cyberkriminalität auf einen dreistelligen Milliardenbetrag.

Die fünf Kostenblöcke eines Angriffs

Die eigentliche Rechnung setzt sich aus mehreren Posten zusammen – die wenigsten davon stehen sofort auf einer Rechnung:

Produktions- & Betriebsausfall

Stehen Systeme still, ruht oft der ganze Betrieb. Jeder Ausfalltag kostet Umsatz – bei Produktion schnell fünfstellig pro Tag.

Datenverlust & Wiederherstellung

Forensik, Neuaufbau von Systemen und Datenwiederherstellung binden Wochen an externer und interner Arbeit.

Lösegeldforderungen

Bei Ransomware wird Lösegeld gefordert. Zahlen ist riskant und keine Garantie – Behörden raten davon ab.

Reputations- & Vertrauensschaden

Bekannt gewordene Vorfälle kosten Kundenvertrauen und Aufträge – ein Schaden, der lange nachwirkt.

Rechtliche Folgen & Meldepflichten

Datenschutz- und Meldepflichten, mögliche Bußgelder und Haftungsfragen kommen obendrauf.

Ein typisches Szenario

Ein mittelständischer Produktionsbetrieb mit rund 150 Mitarbeitenden wird per Ransomware verschlüsselt. Realistisch summieren sich:

  • Produktionsstillstand mehrere Tage bis Wochen
  • Externe Forensik und Wiederaufbau der IT
  • Überstunden, Ausfall von Aufträgen, Vertragsstrafen
  • Längerfristiger Vertrauensverlust bei Kunden

In Summe landen solche Vorfälle für den Mittelstand schnell im hohen fünf- bis sechsstelligen Bereich. Die Zahlen sind illustrativ und variieren je nach Branche und Vorbereitung erheblich.

Warum Prävention günstiger ist

Die unbequeme Wahrheit: Die Wiederherstellung nach einem Angriff ist fast immer teurer – und stressiger – als seine Verhinderung. Grundlegende Maßnahmen wie eine aktuelle, überwachte Firewall, gepflegte Updates, Backups und ein geübter Notfallplan kosten einen Bruchteil eines durchschnittlichen Schadensfalls.

Sicherheit ist damit keine Versicherung gegen ein unwahrscheinliches Ereignis, sondern betriebswirtschaftlich sinnvolle Risikovorsorge gegen ein zunehmend wahrscheinliches.

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